Burnout-Syndrom

Unter Burn-out oder Burnout bzw. Burnout-Syndrom verstehen viele einen Zustand des Ausgebranntseins (wörtlich übersetzt: to burn out, ausbrennen). Tatsächlich greift diese Definition zu kurz, weil sie zu allgemein gehalten ist. Auch deshalb wurde das Burnout-Syndrom über viele Jahre gesellschaftlich nicht als „echte“ Krankheit anerkannt. Die Anzahl der Neuerkrankungen nimmt jedoch stetig zu. Dies ist die Hauptthemenseite zum Burnout-Syndrom. Sie beinhalten viele Informationen, die Sie in dieser Dichte sonst kaum finden werden.

Krankheitsbilder beim Burnout

Begleiterkrankungen bzw. begleitende Symptome beim Burnout-Syndrom sind Angstzustände, depressive Phasen bzw. Zustände massiver Erschöpfung.

Ursachen für ein Burnout-Syndrom

Für die Entstehung eines Burnout-Syndroms gibt es unterschiedliche Begleitumstände und Hintergründe. Übereinstimmend lässt sich für fast alle Burnout-Ursachen sagen: es geht um überhöhte Ansprüche.

• Hohe Forderungen der betroffenen Person an sich selbst

• Idealvorstellungen von einem perfekten Leben, die in der Realität nie erreichbar sind.

• Diskrepanz zwischen den Ansprüchen von Arbeitgebern, sozialem Umfeld usw. und den vorhandenen Ressourcen

Hintergrundinformationen zum Burnout

Lesen Sie die von hier aus zugänglichen Artikel zum Burnout-Syndrom. Darunter: wie Sie einen Burnout frühzeitig erkennen können, was zu unternehmen ist und wie sich Menschen vor der restlosen Erschöpfung schützen können. Scrollen Sie nach unten, um mehr zu erfahren.

Burnout-Symptome

Burnout-Symptome – 15 der häufigsten Anzeichen für Burnout

Ein Burnout-Symptom kann sich durch verschiedene körperliche (somatische) und seelische (psychische) Symptome bemerkbar machen. Dieser Artikel bietet Ihnen einen umfassenden Überblick. Sie erfahren hier, welche bekannten Burnout-Symptome es gibt. Und Sie lernen einsetzende Anzeichen restloser Erschöpfung kennen, die oft über einen langen Zeitraum verdeckt auftreten, bevor es zum Burnout kommt. Diese Seite ist dafür gedacht, Betroffenen, ihren Angehörigen und Kollegen Aufklärung zu geben und Mut zu machen, Hilfe zu holen.

Es gibt beim Burnout-Syndrom eine komplexe Wechselwirkung aus hohem Anspruch und Leistungsbereitschaft, die mit den natürlichen Grenzen der vorhandenen Ressourcen kollidieren. Lange Zeit „gewinnt“ eine Antreiberseite in den Menschen (oft als perfektionistische Seite beschrieben) – sie nimmt sich so lange alles aus den Reserven, bis nichts mehr vorhanden ist und der Mensch emotional und körperlich in die Knie geht.

Wegen der Vielschichtigkeit der Wirkfaktoren und Wechselwirkungen beim Burnout fällt eine Diagnose vielen Ärzten schwer. Erschwerend kommt hinzu, dass das Burnout-Syndrom in sträflicher Weise lange Zeit wie eine Drückeberger-Diagnose abgetan wurde. Solche Abwertungen sind ein Schlag ins Gesicht jener Menschen, die aus langen Phasen höchster Loyalität schleichend oder plötzlich in einen Absturz kommen.

Ich arbeite in meiner Praxis in Frankfurt am Main viel mit Menschen, die mehr als alles geben und dadurch in einen Zustand der Verausgabung geraten. Meine Erfahrung: Burnout ist ein Phänomen, das auf eine Leistungsstörung in der Gesellschaft hinweist. Immer weniger Menschen sollen immer mehr Aufgaben erledigen.

Diese Gleichung kann natürlich nicht aufgehen.

Das Burnout-Symptom hat zwar Krankheitswert (gemeint sind die Symptome, die auch bei Krankheitsbildern wie der Depression auftreten können). Genau genommen ist der Burnout aber ein lebensnotwendiges Notsignal von Körper und Psyche. Und damit ist die Fähigkeit, das Burnout-Syndrom als Ausdrucksform der Erschöpfung zu entwickeln, eine Kompetenz.

Bunout-Syndrom eine Kompetenz? Liest sich das nicht seltsam? Auf den ersten Blick womöglich ja. Beim näheren Hinsehen jedoch stellen wir fest: Ohne die Symptome des Burnout-Syndroms würden sich viele Menschen keine Hilfe holen und immer so weitermachen.

Burnout-Syndrom als kompetenter Hilferuf und Notbremse

Wie fühlt es sich an, ein Burnout-Syndrom zu erleiden?

Menschen, bei denen ein Burnout-Syndrom diagnostiziert wird, erleben und beschreiben sich sich beispielsweise als

  1. emotional erschöpft und nicht mehr belastbar
  2. gereizt und aggressiv – auch gegen sich selbst
  3. niedergeschlagen und wie depressiv
  4. kraftlos und erschöpft
  5. ungeduldig – mit sich und anderen
  6. frustriert und hoffnungslos
  7. nicht mehr leistungsfähig und somit erfolglos
  8. schlaflos
  9. grübelnd
  10. gehetzt und ruhelos
  11. körperlich krank
  12. infektanfällig
  13. unkonzentriert und fahrig
  14. schuldig – im Sinne von Selbstvorwürfen
  15. nicht mehr sie selbst

1) Emotionales Erschöpfungsgefühl. Warum bin ich nur so kaputt?

Wer sich fortwährend überfordert und keine Entlastung, keinen Rückzug mehr bekommt, erlebt sich als emotional erschöpft. Das ist ein natürlicher Vorgang. Welcher Gedanke, welches innere Bild auch auftaucht: Nichts mag mehr so recht erfreuen. Die emotionale Herausforderung und die physische Anstrengung nehmen überhand. Ein Mensch mit Burnout verlernt (vorübergehend) in langen Höchstleistungsphasen, sich zu regenerieren. Er verpasst den Anschluss an sich selbst – s. hierzu auch das Gefühl der Depersonalisierung am Ende der Aufzählung.

2) Gereiztheit und Aggressivität: Warum bin ich nicht mehr freundlich?

Emotionale Erschöpfung lässt die Reserven der Souveränität zurückgehen. So kommt es dazu, dass die vom Burnout betroffenen Personen die Geduld mit sich selbst verlieren. Sie behandeln sich schlecht, strafen sich innerlich ab, führen destruktive innere Dialoge. Irgendwann können sie dann auch gegen die Menschen aggressiv werden, für die sie sich oft über einen langen Zeitraum hingebungsvoll aufgeopfert haben. Leider danken es einem die wenigsten Menschen, wenn man den Helden gegeben und alles für die anderen übernommen hat. Und so kommt zu aller Gereiztheit auf sich und andere auch noch die Enttäuschung hinzu: Das also soll der Dank sein für alles? Derartige Enttäuschung treibt die Spirale der Niedergeschlagenheit weiter nach unten.

3) Niedergeschlagenheit. Habe ich eine Depression?

Freudlosigkeit entsteht, wenn Burnout-Gefährdete ahnen und spüren, dass „es nicht mehr läuft“ bzw. dass sie nicht mehr funktionieren. Oft versuchen sie am Arbeitsplatz mit Verbissenheit, weiterhin Leistung zu bringen – und wenn sie feststellen, dass ihnen das nicht mehr gelingt, können Angstgefühle auftauchen. Auch solche Ängste sind eine folgerichtige, natürliche Entwicklung, die sich aus einer freilich unnatürlichen Vorgeschichte entwickeln. All das, wofür der Mensch vor einiger Zeit noch Beförderungen, Anerkennung und Lob erhalten hatte, scheint wie vernichtet zu sein, vergangen, aus und vorbei. Es ist daher kein Wunder, dass erschöpfte Menschen depressive Erlebnisse beschreiben.

4) Kraftlosigkeit und Erschöpfung: Warum kann ich mich nicht mehr aufraffen?

Ab einem bestimmten Punkt der Erschöpfung nutzen auch alle Motivationsprogramme nichts mehr. Durchhalteparolen wirken jetzt wie blanker Hohn. Wenn erst einmal ein bestimmtes Maß Erschöpfung erreicht ist, beginnt der Körper in Zusammenarbeit mit der Seele zu streiken. So lange, bis eine Änderung in Sicht ist, auf die sich der Mensch verlassen kann. Wenn diese Besserung nicht absehbar ist (z. B. kein Kollege, der einen entlastet), erscheint der Burnout als einzig denkbarer Ausweg.

5) Ungeduld und Aufgebrachtsein: Warum rege ich mich so schnell auf?

Bei der Ansammlung und Eskalation der bisher beschriebenen Faktoren wundert es nicht, dass beim Burnout ab einem bestimmten Punkt keine Geduld mehr vorhanden ist. Der Stau im Berufsverkehr, die schadhafte Datei, die verpasste Bahn, die schlechte Telefonverbindung: alles an sich keine Gründe, die Fassung zu verlieren. Wenn allerdings Verfassung und Fassung schon Schaden genommen hatten, ist es nicht mehr weit bis zu einem Ausraster, über den alle den Kopf schütteln. Ungeduld, fehlender Langmut mit sich selbst: Das ist keine Charakterschwäche, sondern ein Nervendefizit. Auch an dieser Stelle der Hinweis: Das ist keine Störung, sondern eine natürliche Folge und die logische Konsequenz aus chronischer Überlastung.

6) Frustration und Hoffnungslosigkeit: Was soll das alles noch bringen?

Die Frustrationstoleranz verschwindet nach und nach. Kaum noch etwas scheint zu gelingen. Und je mehr die vom Burnout gefährdete oder bereits betroffene Person versucht, sich zu motivieren, desto mehr schwindet die Hoffnung. An dieser Stelle wird der Denkfehler der leistungsbereiten Menschen erneut offenbar: Obwohl ich mich so anstrenge, läuft es nicht – das ist die vordergründige Beobachtung. Tatsächlich aber liegt im folgenden Satz der wahre Zusammenhang: Weil ich mich so anstrenge (und keine Reserven mehr habe), geht nichts mehr.

7) Leistungsverlust und Erfolglosigkeit: Warum gelingt mir nichts mehr?

Die fatale Logik der Selbstabwertung wirkt innerhalb des Burnout-Kreislaufes schlüssig: Meine Leistung nimmt ab – das ist bestimmt ein Zeichen für Fehler, für schuldhaftes Verhalten und fehlende Kompetenz. Natürlich ist das ein fataler Trugschluss. Doch dieser Irrtum wird oft erst in einer Phase nach dem Burnout erkennbar.

8) Schlafstörungen und nächtliches Wachliegen: Warum kann ich nicht schlafen?

Ich bin doch müde! Da werde ich es doch noch hinbekommen, wenigstens ein paar Stunden zu schlafen. In der medizinischen Fachsprache nennt man den Zustand der nervlichen Dauereregung und des Getriebenseins auch Vigilanz. Es ist ein Zustand ungesunder Wachheit und höchster Alarmbereitschaft: Weil die gesunden Rückmeldungen von erfolgreicher Selbstwirksamkeit fehlen (dies und jenes ist mir heute gelungen), laufen die inneren Antreiber auf Hochtouren.

9) Grübeln und Gedankenkreisen: Was soll nur werden, wie geht es weiter …?

Parallel zu Phasen des Wachliegens, oft in den frühen Morgenstunden („Morgen-Grauen”) beginnen die einen Burnout erlebenden Personen mit Gedankenkreisen. Fieberhaft versucht das Gehirn, Lösungen zu entwickeln – Auswege aus einem Dilemma, das ausgerechnet dadurch entstanden war, weil Lösungen für alles und jeden möglich zu sein schienen.

10) Gehetztheit, Ruhelosigkeit: Wer oder was ist hinter mir her, lässt mein Herz rasen?

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11) Schwindel, Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen, Herzstolpern. Bin ich krank?

Es gibt viele sogenannte unspezifische körperliche Störungsbilder, die keiner eindeutigen körperlichen Ursache zuzuordnen sind. Wenn Sie sich die beim Burnout typischerweise auftretenden körperlichen Symptome genauer ansehen, können Sie den psychosomatischen Klartext erkennen:

  • Wenn das Leben aus dem Kräftegleichgewicht gerät, kann Schwindel wie eine wortwörtliche Übersetzung des seelischen Ungleichgewichts wirken.
  • Ähnliche Parallelen finden sich bei den Angelegenheiten, die wir nicht verdauen können.
  • Der Körper antwortet auf den Druck, wenn uns alles über den Kopf wächst.
  • Herzstolpern (Kardiologen sprechen von Extrasystolen, also zusätzlichen Herzschlägen) kann darauf hinweisen, dass auch sonst etliches aus dem Takt geraten kann, wenn sich der Mensch außerordentliche Verpflichtungen zu Herzen nimmt.

Für alle Fälle sei hier festgestellt: Das Internet ist selbstverständlich kein Ersatz für einen Arztbesuch. Gehen Sie daher bitte zu Ihrem Hausarzt, wenn Sie ungewöhnliche körperliche Symptome beobachten.

12) Infektanfälligkeit, Herpes, Kreislaufschwäche. Wo sind meine Abwehrkräfte?

Es gibt

13) Unkonzentriertheit. Warum kann ich mich nicht zusammenreißen?

Es gibt

14) Von Selbstvorwürfen geplagt

Burnout-Gefährdete können unspezifische Schuldgefühle entwickeln, wenn sie „ihr Pensum“ (meist eine viel zu große Menge an Arbeit und Verpflichtungen) nicht mehr so „schaffen“ wie früher. Unspezifisch kann heißen, dass sich jemand selbst anklagt, obwohl es dafür keinen Anlass gibt – und die Selbstvorwürfe sind nicht klar formulierbar. Der Mensch ist sich selbst nicht mehr grün, wie die Redewendung besagt.

 

15) Depersonalisation: Wer bin ich? Warum scheint mich das alles nichts anzugehen?

Menschen mit Hang zur Selbstüberforderung zeichnen sich häufig durch viel Empathie aus – allerdings vor allem für ihre Mitmenschen. Für sich selbst haben Burnout-Betroffene oft wenig übrig. Sie fragen sich selten bis nie: Wie geht es mir gerade selbst? Habe ich heute schon etwas für mich getan? Mit anderen Worten: Es gibt hier oft keinen guten Draht zu den eigenen Anliegen. Daher ist es kein Wunder, dass ein Mensch mit Burnout-Syndrom sich auf dem Gipfel der Erschöpfung kaum noch wahrnimmt. Beim Krankheitsbild der Depression sprechen Betroffene von einem Gefühl der Gefühllosigkeit. Ähnliches lässt sich auch beim Burnout-Syndrom beobachten. Verdrängung.